Veliko Tarnovo

Die Bulgarischen Städte: Veliko Tarnovo

Ein lebendes Symbol der glorreichen bulgarischen Vergangenheit ist Veliko Tarnovo, die Hauptstadt des Zweiten Bulgarischen Reiches. Die Stadt liegt an den steilen Nordhängen des Balkangebirges, an beiden Ufern des Jantra-Flusses, der durch eine tief ins Gestein gegrabene Schlucht mäandert.

In Veliko Tarnovo sind Ruinen aus verschiedenen Epochen erhalten geblieben. Die Überreste der Festungen, die Häuser aus der Epoche der Nationalen Wiedergeburt an den Hügelhängen und die alten Brücken über dem Fluss prägen das Stadtbild.

Der Zarevez-Hügel ist ein Architektur-Reservat, d.h. ein Freilichtmuseum. Die Festungsmauer und der Balduinturm sind teilweise restauriert. Der Palastkomplex, der die Zarenresidenz mit einem Thronsaal und die Palast-Kirche Sveta Petka umfasst, war ebenfalls befestigt. Der zweite große Komplex auf dem Zarevez ist die Residenz des bulgarischen Patriarchen. In der Mitte erhebt sich die Himmelfahrts-Kirche mit einem Glockenturm, was eine Seltenheit unter den Sakralbauten auf dem Balkan ist. Am westlichen Hang des Hügels steht eines der wertvollsten mittelalterlichen Denkmäler, die Kirche der Vierzig Märtyrer. Zar Ivan Asen II. ließ die Kirche anlässlich seines Sieges über Byzanz bei Klokotniza errichten. Historisch besonders wertvoll sind die Inschriften der drei Säulen - die Asen-Säule, die Säule von Omurtag und die Rodosto-Säule. Die Richtstätte im Nordteil der Anlage besteht eigentlich nur aus einem Felsen, von dem die Verräter in die Tiefe gestürzt wurden.

Auf dem Trapesiza-Hügel befindet sich die Kirche des Hl. Demetrios aus Thessaloniki. Bei ihrer Weihung im Jahr 1185 brach der Aufstand der Brüder Asen und Petar gegen Byzanz aus. Bis 1230 war sie Zarenkirche, hier wurden Asen, Petar und Kalojan gekrönt. Erzbischof Vasilij wurde hier die Würde eines Patriarchen verliehen. Auf dem Trapesiza-Hügel befand sich eine zweite Befestigungsanlage. Die starken Festungsmauern folgten dem Felskranz über den Jantra, und schützten das dicht mit Wohnhäusern reicher Bojaren und Kirchen bebaute Gebiet. In dieser Festung lag das Kloster „Sveti Iwan Rilski", wo 1195 die Reliquien des Wundertäters von Rila überbracht und fast drei Jahrhunderte aufbewahrt wurden.

Interessant hier sind ebenfalls die kleine Sv. Georgi -Kirche und die Kirche „Sveti Sveti Peter i Pawel".

Der dritte Hügel - Sveta Gora - erhebt sich südlich vom Zarevez und war im Mittelalter mit seinen vielen Kirchen und Klöstern geistiges und kulturelles Zentrum des bulgarischen Staates.

Während des kulturellen und wirtschaftlichen Aufschwungs der Nationalen Wiedergeburt, entstanden in Veliko Tarnovo viele neue Gebäude, die heute der Altstadt ihre reizvolle Atmosphäre verleihen. Besonders sehenswert ist die Gurko-Straße. Hier stehen die Häuser sehr dicht beieinander und ergeben eine wunderschöne Terrasse über den Jantra. Eines der schönsten Gebäude ist hier das Sarafkina-Haus von 1861. Der ethnographische Komplex Samowodskata Tscharschija stellt eine für die Wiedergeburtszeit typische Gasse mit kleinen Handwerker-Werkstätten, Läden und charakteristischen Häusern dar.

Wenn Sie über Nacht im bulgarischen Veliko Tarnowo bleiben, versäumen Sie nicht die audiovisuelle Aufführung "Klang und Licht" am Zarevez Hügel. Die Show erzählt durch eindrucksvolle Musik, vielfarbige Lichter und Kirchenglocken von der ruhmreichen und tragischen Geschichte der Bulgaren. Diese Aufführung ist einzigartig in Europa.