Plovdiv

Die Bulgarischen Städte: Plovdiv

Das bulgarische Plovdiv, mit seiner achttausendjährigen Geschichte, zählt zu den ältesten Städten Europas. Die Stadt liegt in der Thrakischen Ebene, an beiden Ufern des Mariza-Flusses, am Fuß der Rhodopen.

Die erste thrakische Siedlung auf dem Gebiet des heutigen Plovdiv entstand vor mehr als 6.000 Jahren, als Troja noch existierte und früher als das antike Athen oder Rom. Plovdiv ist daher eine der am längsten ununterbrochen bewohnten Städte Europas. Das damalige Evmolpia wurde 342 v. Chr. von Philipp II. von Mazedonien erobert und durch eine Stadtmauer befestigt. Die Stadt wurde in Philippopolis umbenannt.

1364 fiel Plovdiv unter osmanische Herrschaft und bekam den Namen Philibe. Als Tor zum Orient entwickelte sich die Stadt zum Handels- und Handwerkszentrum mit vielen Moscheen und einem großen Marktplatz. Die Ruinen von alten thrakischen, römischen und byzantinischen Gebäuden wurden als Fundamente benutzt, so dass viele historische Denkmale zerstört wurden.

Im 19. Jh. war Plovdiv ein Zentrum der sogenannten Nationalen Wiedergeburt, hier wurden der erste bulgarische Verlag und die erste Druckerei gegründet. Nach der Befreiung von der osmanischen Herrschaft 1878 bis zur Vereinigung mit dem Fürstentum Bulgarien 1885, war Plovdiv die Hauptstadt Ostrumeliens.

Heute ist Plovdiv ein Messestandort von internationaler Bedeutung und eine moderne Universitätsstadt mit unverwechselbarer Atmosphäre und unvergesslichem Charme. Über die Sehenswürdigkeiten der Stadt ist viel zu erzählen. Um sie alle besichtigen zu können werden Sie mehrere Tage brauchen.

Das antike Theater ist eines der bemerkenswertesten Bauwerke aus römischer Zeit. Die 7.000 Zuschauerplätze sind in zwei Ränge mit jeweils 14 Reihen unterteilt. Auf den Bänken jedes Sektors waren die Namen der Stadtteile geritzt, so dass jeder Besucher nach seinem jeweiligen Wohnsitz Platz nehmen konnte.

Das römische Stadion liegt unter einer der Einkaufsstraßen der Stadt, nur wenige Meter von der Moschee entfernt. Das Stadion hat eine Hufeisenform, eine Länge von 180 m und bemerkenswerte 30.000 Zuschauerplätze. Das Stadion ist teilweise freigelegt und von der Straße aus einsehbar.

Die Häuser in der historischen Altstadt stammen größtenteils aus der Ära der Nationalen Wiedergeburt. Sie besitzen eine typische Fassade, sind innen reich verziert und geben mit ihrer Behaglichkeit den damaligen Familiengeist wieder. Ein wichtiger Faktor für die Altstadt-Atmosphäre ist die Enge der kopfsteingepflasterten Gassen. Auch Reste der alten Stadtbefestigung, wie das Stadttor Hisar Kapija, gehören zu den Sehenswürdigkeiten in der Altstadt.

Bemerkenswert sind außerdem verschiedene islamische Gotteshäuser wie die Alte Moschee mit byzantinischem Mauerwerk oder die Dschumaja Moschee aus dem 15.-17. Jh.

Die im archäologischen Park Nebet Tepe freigelegten thrakischen Siedlungsreste sind eine besondere Sehenswürdigkeit, die Innschriften aus der ältesten Schrift der Menschheit aufweisen.

Südlich von Plovdiv befinden sich die Burgruine der Asen-Festung und das Batschkovo - Kloster.