Kotel

Die Bulgarischen Städte: Kotel

Das bulgarische Kotel liegt in einem kleinen, von steilen Bergen umzingelten Talkessel, mitten im östlichen Balkangebirge, 49 km nordöstlich von Sliven.

Die Stadt wurde im 14. oder 15. Jh. gegründet. Nach Kotel flüchteten sich zu Beginn der türkischen Herrschaft viele Bulgaren aus den umliegenden Städten und Dörfern. Archäologische Funde aus der Umgebung aber sprechen dafür, dass die Region schon in der Antike besiedelt war.

Im 18./19. Jahrhundert erfuhr Kotel einen wirtschaftlichen Aufschwung und wuchs zu einem wirtschaftlichen und kulturellen Zentrum heran. Der Stadt wurden gewisse Privilegien eingeräumt, da die hiesigen Kaufleute und Handwerker an der Versorgung der osmanischen Truppen beteiligt waren.

Nach der Befreiung, im Jahre 1894, erlitt Kotel den schwersten Brand in seiner Geschichte. Ein Großteil der Stadt wurde vernichtet, nur die Gebäude im Stadtviertel Galata blieben unversehrt. Hier sind bis heute Häuser aus der Periode der Nationalen Wiedergeburt erhalten geblieben. Sie stellen die typische Architektur dieser Region dar: ein- oder zweistöckig, die Steinmauern sind in der oberen Etage mit Holz verkleidet, tief heruntergezogene Dächer bieten im Sommer und Winter guten Schutz, hohe Mauern umgeben die wunderschönen Innenhöfe.

Das Gebirgsstädtchen Kotel ist anziehend für Bulgarien-Touristen aus dem In- und Ausland wegen seiner reichen Geschichte, seiner interessanten Architektur und vor allem wegen seiner wunderschönen Lage und Umgebung. Von Interesse für die Gäste der Stadt sind das Naturkundemuseum, die Galata-Schule, das Ethnografische Museum im Kjorpeeva-Haus u.a.

Die Teppichweberei, ein altes Kunsthandwerk dieser Gegend, hat Kotel weit über die Grenzen des Landes berühmt gemacht.