Gabrowo

Die Bulgarischen Städte: Gabrowo

Gabrowo liegt an beiden Ufern des Flusses Jantra am Nordhang des Balkans, in der geografischen Mitte Bulgariens. Gabrowo entstand im Mittelalter als strategische Siedlung an den Balkanpässen. Der Legende nach soll der Ort von einem Schmied namens Ratscho gegründet worden sein, der seine Schmiede im Schatten einer Weißbuche (bulg. Gabar) aufstellte. Das handwerkliche Können des Schmiedes zog andere Meister an, die sich in der Nähe niederließen. So wuchs die Stadt zu einem Gewerbe- und Handelszentrum.

Gabrowo ist für den Humor seiner Einwohner berühmt. Hier befindet sich das weltweit einzige Museum für Humor und Satire, wo man sich mit den unterschiedlichsten Formen des Humors von Künstlern aus 153 Ländern auseinandersetzen kann. Zu den Exponaten gehören Gemälde, Fotos, Karikaturen, Masken usw. In der Stadt sind viele Gebäude und Brücken zu besichtigen, jede davon ist ein Kunstwerk, das die Geschichte der Stadt und der Region erzählt.

Gabrowo ist die Heimatstadt von vielen berühmten Persönlichkeiten - Politiker, Intellektuellen, Kaufleuten und Fabrikbesitzer. Wegen ihren vielen Fabriken trägt die Stadt den Beinamen Bulgarisches Manchester.

1835 wurde in Gabrowo die erste weltliche neubulgarische Schule gegründet, die zum Vorbild für weitere Bildungsstatten in ganz Bulgarien wurde. Heute befindet sich hier das Nationale Bildungsmuseum.

Acht Kilometer südlich der Stadt befindet sich das Ethnografische Freilichtmuseum Etar, das einzige dieser Art in Südosteuropa. Der Komplex wurde 1964 gegründet und dem Handwerksviertel der Stadt aus der Zeit der Nationalen Wiedergeburt nachempfunden. Er vermittelt auf einer Fläche von 60 ha. einen umfassenden und eindrucksvollen Einblick in das Handwerk, die Kultur und Architektur des 18. und 19. Jh. Manche der Gebäude sind authentisch und nur restauriert, andere sind exakte Kopien von historisch wertvollen alten Häusern. In den kopfsteingepflasterten Gassen findet man über 20 Werkstätten, in denen Handwerksmeister wie im 19. Jahrhundert arbeiten. Hier können Sie beobachten, wie unter den geschickten Händen der Meister Schmuck, Töpferwaren und Kupfergefäße entstehen. Probieren Sie unbedingt das leckere Süßgebäck frisch vom Ofen und versetzen Sie sich 150 Jahre zurück in die Zeit, indem Sie aromatischen türkischen Kaffee schlürfen.

Fünf Kilometer südlich vom ethnografischen Komplex Etar befindet sich das 1832 erbaute Sokolski- Kloster, zwischen den Beiden ist ein Öko-Wanderweg angelegt. Ein wertvolles Architekturdenkmal ist der 1868 vom Baumeister Kolju Fitscheto im Hof errichtete Steinbrunnen. Die dekorative Steinmauer nördlich der Kirche wird ebenfalls ihm zugeschrieben.