Goldstrand

Eine steile und schnelle Karriere: Vom Piratennest zum Prinzen der bulgarischen Schwarzmeerstrände.

Die Schwarzmeerküste: Goldstrand

Sein feiner und glänzender Sand machte ihn in aller Welt beliebt und bekannt. Gut dreieinhalb Kilometer zieht er sich auf einer Breite von bis zu Hundert Metern entlang der Schwarzmeerküste etwa 18 Kilometer nördlich von Varna, einer uralten Legende zufolge verdankt er seine tatsächlich gülden schimmernde Farbe einem dort vor Jahrhunderten versteckten Piratenschatz, der sich auf sagenhafte Weise von Gold in Sand verwandelt haben soll. Piraten, Freibeuter und andere Gesetzlose scheinen jedoch in der lokalen Geschichte der vergangenen Jahrhunderte tatsächlich eine gewisse und tragende Rolle gespielt zu haben. So galt der unter dem türkischen Namen „Uzunkum“ (langer Strand) bekannte Ort zu Zeiten der osmanischen Herrschaft über das Gebiet im 16. und 17. Jahrhundert hauptsächlich als nur sehr dünn besiedelte und allenfalls für Ausflüge genutzte, aufgrund der dort ihr Unwesen treibenden Ganoven jedoch eher zu meidende Gegend. Bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts lebten am bzw. um den Goldstrand also nur sehr wenige Menschen dauerhaft, und genau dieser Umstand ermöglichte dann ab den späten 1950er Jahren und in nur zwei Jahrzehnten eine umfangreiche Neudefinition als modernes Ferienziel und intensive Bebauung mit Hotels, Ferienwohnungen, gastronomischen Einrichtungen, Kasinos, Klubs, Einkaufszentren und Sportstätten. Diente Goldstrand zu Zeiten des „Eisernen Vorhangs“ vorrangig als Urlaubsort für die einheimischen Arbeiter und Angestellten wie auch später zunehmend zur Generierung von Devisen durch Besucher aus dem „nichtsozialistischen Wirtschaftsraum“, erfolgte in den generell für Osteuropa bewegenden und folgenreichen 1990er Jahren eine grundlegende Neuorientierung und internationale Ausrichtung speziell auf jüngere Zielgruppen. Dabei konnte sich Goldstrand anders als manch andere regionale Destination jedoch trotz umfangreicher Baumaßnahmen und Sanierungen in den 2000er Jahren seinen angenehmen und übersichtlichen Charakter bewahren. Seitens der lokalen Gemeindeverwaltungen wird darauf geachtet, dass der bislang gute Ruf als weitestgehend nachhaltig wirtschaftende Ferienstadt auch in Zukunft nicht gefährdet wird.

Hinter dem goldenen Strand beginnt der grüne Park: Vom Hotelzimmer auf Meer und Wälder blicken.

Auch der umliegende, gut 13 Km² große und gleichnamige Goldstrand-Naturpark mit seinen weitläufigen Eichen-, Pinien-, Zedern- und Zypressenwäldern samt seiner dort lebenden Hirsche, Wildschweine und Dachse wurde nicht etwa zugunsten der Erweiterung der Hotelleriefläche angetastet, sondern vielmehr im Laufe der Jahre kontinuierlich erweitert. Lediglich für die Errichtung des ersten bulgarischen und 40 000 m² großen Wasserparks „Aquapolis“ am nordwestlichen Ortsausgang in Richtung Albena wurden seinerzeit einige wenige Waldflächen geopfert. Zu den traditionellsten und populärsten Hotels in Goldstrand gehören u.a. die 5-Sterne-Häuser Admiral, Marina, Riviera Beach, Imperial und International. Im 4-Sterne-Bereich stehen die Häuser Berlin, Berlin Park, Glarus, Arabella, Bolero, Kaliakra, Aphrodita, Gladiola Star, Atlas, Edelweiss, Erma, Havana, Obzor Beach & Izgrev, Luna, Royal, Lilia, Luna Beach, Zdravets, Odessos, Helios Spa & Resort, Lotos, Elena, Mimosa, Palmbeach, Primasol Sunlight Sunrise, Golden Yavor, Astera, Allegra, Golden Beach, Oasis, Astoria Beach, Central, Dolche Vita und Vistamar zur Verfügung. 3 Sterne bieten die Hotels Ambassador, Astoria, Aquarelle, Blue Sky, Gradina, Gladiola, Kamchia, Ljuljak, Madara, Mak, Bonita, Pliska, Perla, Perounika, Preslav, Dana Palace, Green Park, Tintyava, Shipka, Varnenchik, Slunchogled, Nympha, Detelina, Excelsior, Sunrise, Yavor, Morsko oko, Metropol, Flamingo, Strandzha, Joya Park, Vejen und Golden Horn. Etwas spartanischer, dafür aber auch unschlagbar günstig wohnt man dahin gegen in den 2-Sterne-Häusern Briz, Diana, Horizont, Slavei, Warshawa, Zora, Malina, Zdravetz, Chaika, Rai, Tsarevets und Vivian.

Hotels, Bars, Diskos und mehr wie Sand am Meer: Hier trifft sich die Jugend der Welt zu fairen Konditionen.

Ursprünglich für gerade einmal 13 000 Betten konzipiert, hat sich Goldstrand Zeit seines Bestehens als eine der wichtigsten und sich am schnellsten entwickelnden Ziele für den Bulgarien Urlaub speziell in den ca. letzten 10 bis 15 Jahren geradezu schwindelerregend entwickelt. Bereits im Jahr 2007 gab es offiziellen Zahlen des Tourismusbüros in Varna zufolge mehr als 30 000 Betten, mittlerweile sollen es kritischen Schätzungen zufolge bereits über 90 000 sein, womit Goldstrand hinter der „König“ Sonnenstrand zum zweitgrößten bulgarischen Ferienort, also quasi dem „Prinzen“ der bulgarischen Schwarzmeerküste geworden ist. Die wahrlich beeindruckende Zahl der Schlafplätze verteilt sich auf aktuell um die hundert Hotels aller Klassifizierungen zwischen 2 und 5 Sternen sowie auf diverse Ferienwohnungskomplexe, auch zwei große Campingplätze nördlich der Ferienstadt bieten günstige Kost und Logis. Entsprechend dieser riesigen Auswahl, der daraus resultierenden Konkurrenz der einzelnen Beherbergungsbetriebe und wegen der weiter oben bereits erwähnten grundlegenden Ausrichtung auf ein eher jüngeres, nicht immer allzu zahlungskräftiges Publikum, findet man in Goldstrand auch kurzfristig sowie in der sommerlichen Hauptsaison oftmals erstaunlich preiswerte Unterkünfte, zumeist als besondere Angebote im All-inclusive-Segment. Zahlreiche europäische und deutschsprachige Reiseveranstalter haben Goldstrand primär als Reiseziel für Gruppenreisen aller Art im Bulgarien Urlaub in ihrem Programm, die Mehrheit der vorwiegend jugendlichen Gäste stammt zum Beispiel aus dem nahen Rumänien, aus Polen und dem restlichen Osteuropa, doch auch deutsche, britische, russische, französische und skandinavische sowie Gäste aus der Golfregion und Israel schätzen das größtenteils sehr informelle und auf unbeschwertes Freizeitvergnügen zugeschnittene Angebot vor Ort. Dementsprechend besonders beliebt, bewährt und bevorzugt ist Goldstrand etwa bei gemeinsamen Urlaubsfahrten von Abschlussklassen, Betriebsbelegschaften, Sportvereinen und vergleichbar feierfreudigen Reisegruppen, diese haben dem für sein ausschweifendes Nachtleben inzwischen global bekannten Reiseziel auch den inoffiziellen und nicht von allen lokalen Verantwortlichen allzu stürmisch begrüßten Spitznamen „Ballermann am Balkan“ eingebracht.

Die große Party mit den kleinen Preisen: Viel Spaß für wenig Geld am Goldstrand.

Der vielleicht leicht vorschnelle Vergleich mit dem berühmt-berüchtigten mallorquinischen Vorbild mag dabei jedoch in mancher Hinsicht durchaus zutreffen, treten doch in den vielen lokalen Vergnügungsetablissements in Goldstrand auch die von ihrem Treiben auf der größten Baleareninsel bekannten deutschen Schlagersänger und Alleinunterhalter wie Jürgen Drews, Mickie Krause und Markus Becker regelmäßig auf. Im Vergleich zu Mallorca sind die Preise jedoch nicht nur für Unterkünfte, sondern speziell auch für Speisen und Getränke vor Ort ungemein günstiger, so bekommt man ein Bier häufig schon für einen Euro, bulgarische Spirituosen wie zum Beispiel Vodka, Rakija, Slivovitz und Mastika kosten nur unwesentlich mehr, importiertes Hochprozentiges schlägt etwas teurer, aber doch noch weitaus billiger als am Mittelmeer oder Atlantik zu Buche. Doch nicht nur der Durst hat in Goldstrand wenig Chancen, auch Hunger muss dort wahrlich niemand leiden, sowohl bulgarische als auch internationale Küche wird in den hauseigenen Restaurants der Hotels und in den selbstständigen Gaststätten zu erschwinglichen Preisen serviert. Wer also einmal ein typisch bulgarisches Gericht zu sich nehmen möchte, der sollte Shkembe chorba (Kuttelsuppe), Shopska salat (Salat aus Tomaten, Gurken, Paprika und Käse mit Öl und Essig), Tarator (kalte Joghurtsuppe mit Gurken, Wallnüssen, Knoblauch und Dill), Sirene po shopski (Auflauf im Tontopf mit Tomaten, Paprika, Schafskäse und Eiern), Kebapche und Kyufte (Hackfleischröllchen und Grillspieße) oder Banitsa (mit Käse gefüllter Blätterteig) probieren. Diese und weitere nationale wie auch internationale Spezialitäten erhält man ebenfalls in den Restaurants Chiflika, Old Lighthouse, Das alte Haus, Irisches Restaurant, Neptun, Golden Dreams Schiff und Admiral. Darüber hinaus bieten unzählige und im Sommer oft rund um die Uhr geöffnete Imbissbuden und Kleinküchen preiswerte Speisen für den schnellen Hunger zwischendurch an, auch die vielen Kioske, Supermärkte und Pavillons sind häufig bis spät in die Nacht geöffnet. Über die vielen Veranstaltungen, Partys und Events in und um Goldstrand kann man sich übrigens auch bestens im ersten und einzigen sowie seit 2003 kostenlosen deutschsprachigen Anzeigenblatt in Bulgarien, dem alle 14 Tage von Mai bis Oktober erscheinenden „BB-Magazin“ informieren, die Macher des Blattes betreiben unter www.goldstrand-radio.com auch ein eigenes Radio auf deutscher Sprache.

Sport macht müde Jungs und Mädels wieder munter: Aktivitäten im Wasser und am Land in Goldstrand.

Entgegen der vor allem unter älteren Urlaubern weitverbreiteten abschätzigen Ansicht, dass Jugendliche und junge Erwachsene im Bulgarien Urlaub lediglich und ausschließlich Party, Party und nochmals Party wünschen, ist es doch tatsächlich eher so, dass die in Goldstrand zahlreich vorhandenen Sport- und Freizeitangebote wohl kaum in dieser Anzahl und Masse existieren würden, wäre die Nachfrage nach diesen unter den meist jüngeren Gästen nicht mindestens so ausgeprägt, wie diejenige nach einem bunten und vielseitigen Nachtleben. Im Vordergrund stehen hier natürlich die nahezu unbegrenzten Möglichkeiten für fast alle denkbaren Wassersportarten, neben dem unbeschwerten Bad im bis zu 24°C warmen Wasser im Juli und August am mit der blauen Flagge als sehr sauber gekennzeichneten Strand kann man zum Beispiel in „Harry's Diving Center“ Tauchunterricht nach den international anerkannten PADI- und SSI-Richtlinien nehmen, Wasserski, Bananaboat, Tretboot, Ruderboot, Kajak und Jetski fahren, sich auf dem Surfbrett fortbewegen oder sich am Wasserfallschirm versuchen, vom großzügig angelegten und modernen Jachthafen mit seinen mehr als 100 Liegeplätzen kann man auch bestens einen Segeltörn auf dem Schwarzen Meer in Angriff nehmen oder Erfahrungen beim Hochseeangeln sammeln. Besondere Erwähnung verdient natürlich auch der bereits eingangs erwähnte Wasserpark „Aquapolis“, in der saisonal täglich von 10 bis 18.30 Uhr geöffneten Anlage warten die 5 Wasserrutschbahnen Wilder Fluss, Niagara, Dunkle Grube, Slalom und Kamikadze, 3 verschiedene Schwimmbecken mit Wasserfall, Wasserströmen, Felsen, einer Brücke, Jacuzzi und Hydromassage, einer Kinderspielecke sowie die 5 Bars und Restaurants Ambrosia, Arcadia, Neptun und Alcazar und eine Kletterwand, ein Schießplatz und ein Souvenirladen auf Wasserratten jeglichen Alters. Für den reibungslosen Ablauf, die Sicherheit und das Wohlbefinden im Park sorgen 150 Angestellte, davon sind 32 speziell ausgebildete Rettungsschwimmer, ebenfalls vorhanden sind ein medizinisches Zentrum und ein eigener Krankenwagen. 100 Pkw- und 10 Busstellplätze befinden sich auf dem geräumigen Parkplatz, für Behinderte gibt es einen eigenen Zugang. Regelmäßige Partys, Kinderanimationen, sportliche Wettkämpfe, Promotionen aller Art, Tombolas mit Preisen und Spiele für jung und alt stehen ebenfalls auf dem Programm des sehr beliebten Wasserparks. Auch außerhalb des nassen Elements bieten sich in Goldstrand unzählige sportliche Aktivitäten unter freiem Himmel oder auch in überdachten Hallen an, so gibt es vielseitige Angebote etwa für Paintball (Gotcha), Minigolf, Tischtennis, Riesenschach, Reitunterricht, Fallschirmsegeln, Bogenschießen, Kricket, Volleyball und Bowling, außerdem stehen insgesamt 10 Tennis- sowie diverse Basketballplätze zur Verfügung, populär sind auch die beiden ein wenig außerhalb liegenden 18-Loch-Golfplätze des Lighthouse Club und des Rama Club. Die Gegend rund um Goldstrand erkunden kann man auch sehr gut auf den gut ausgebauten Radfahrwegen, Fahrradverleihe findet man dort natürlich genauso wie Autovermietungen internationaler Anbieter. Auch eine abenteuerliche Jeep Safari durch den bulgarischen Dschungel oder eine aufregende Quad-Tour durch den umliegenden Nationalpark ist bequem und problemlos vor der Anreise oder auch vor Ort zu buchen, rasant geht es auch auf der Kartbahn in Varna zu, die von Goldstrand ebenfalls nur einen Katzensprung entfernt ist.

Kunst und Kultur an der Küste: Ausflüge mit Attraktionen und schönen Aussichten.

Bulgarien kann aber bei Weitem nicht nur seine bezaubernde Küste und seine nicht minder schönen Landschaften im Binnenland vorweisen, das Land besitzt auch eine bis in die Jungsteinzeit zurückreichende Geschichte, die sich anhand zahlreicher architektonischer Baudenkmäler, reichhaltig ausgestatteter Museen sowie historischer Städten und Gemeinden prachtvoll präsentiert. Goldstrands geografische Lage an der nördlichen Schwarzmeerküste ist dabei bestens geeignet, das nähere und weitere Umland im Rahmen organisierter Touren oder auch individuell zu erkunden. Speziell Varna, als die nur wenige Kilometer entfernte und mit knapp 335 000 Einwohnern drittgrößte Stadt Bulgariens gilt aufgrund ihrer ereignisreichen und anhand von vielen Artefakten gut belegten Vergangenheit unter Historikern, Archäologen und Altertumsforschern als eine, wenn nicht gar die bedeutendste Fundstelle ihrer Art in Südosteuropa, nach ihr ist mit der sog. „Warnakultur“ sogar eine eigenständige und überregional bedeutsame Kulturform benannt. Auch viele weitere sehenswerte Städte, Dörfer und Naturschauplätze befinden sich nicht weit von Goldstrand entfernt, wer sich also nach ein paar Tagen Müßiggang am Strand oder einigen ausgiebigen Partys nach etwas Abwechslung sehnt, hat es garantiert nicht weit, Informationen vor Ort erhält er natürlich in den Hotels oder auch bei den lokalen Touristenbüros.

Vom Goldstrand zum Goldschatz: Varnas Gold, Gräber, Gärten und Gassen.

Stolz und selbstbewusst hat sich Varna als mit ca. 330 000 Einwohnern drittgrößte bulgarische Stadt nicht nur als Kandidatin für die Europäische Kulturhauptstadt des Jahres 2019 beworben, auch sonst kann sich die nach Burgas zweitgrößte Hafenstadt am bulgarischen Schwarzen Meer auf ein äußerst vielseitiges Kulturleben samt zahlreicher regelmäßiger Veranstaltungen und attraktiver wie bekannter Sehenswürdigkeiten berufen. So finden dort zum Beispiel das European Music Festival im April/Mai, der nationale Wettbewerb zu den Arbeiten tschechischer und slowakischer Komponisten im April/Mai, das Sea and Memories International Music Festival im Mai, das International Pop Music Festival Discovery im Mai, der International Photo Salon im Juni, das Varna Summer International Theater Festival im Juni, das Varna Summer International Music Festival im Juli, die International Ballet Competition Varna im Juli, das Varna Summer International Jazz Festival im Juli, das International Folk Festival Varna im August und das Festival of Ethnics im August statt. International bekannt ist auch die reiche Museenlandschaft der Stadt, allen voran das archäologische Museum, wo man das weltweit älteste bisher entdeckte und von Menschen aus der Kupfersteinzeit bearbeitete Gold in Form von Grabbeigaben aus dem Gräberfeld von Warna besichtigen kann. Ebenfalls interessant und empfehlenswert sind auch die römischen und byzantinischen Thermen aus dem 2. bzw. 4. bis 6. Jahrhundert nach Christus, das Gleiche gilt auch für das „Neue Römische Bad“, welches heute in einem großen und grünen Parkgelände liegt. Einen Abstecher lohnt auch das Aquarium mit der Unterwasserwelt des Schwarzen Meeres, einen leicht morbiden, weil z.T. sehr verwitterten Charme besitzen die vielen Jugendstilbauten, die zwischen dem urbanen Zentrum und dem Stadtstrand liegen. Die meisten Urlauber, die einen der Bulgarien Flüge zum Goldstrand buchen, reisen auch über den Flughafen Warna an, sodass sie eine Besichtigung der Stadt gut bei der An- oder Abreise einplanen können.



Mineralbäder, Meeresgarten, Musik und Museen: In Burgas gibt es viel zu sehen.

Mit gut 140 Kilometern Entfernung etwas weiter von Goldstrand entfernt, aber noch immer gut im Rahmen eines Tagesausflugs zu erreichen, ist Burgas als viertgrößte Stadt Bulgariens mit gut 230 000 Einwohnern ebenfalls eine empfehlenswerte Destination für eine Exkursion. Mit seinem Schauspielhaus, dem Kinder- und Puppentheater, dem Opernhaus, der Philharmonie, dem Jugendkulturzentrum, dem archäologischen, historischen, ethnografischen und naturwissenschaftlichen Museum und diversen Kunstgalerien ist die Stadt des größten bulgarischen Hafens gerade in kultureller Hinsicht von großer Bedeutung. Zahlreiche und über das ganze Jahr verteilte regelmäßige Festivals mit Bezug zur Musik und zum Film werden auch von ausländischen Gästen immer wieder begeistert besucht. Zu den diesbezüglich bekanntesten Veranstaltungen gehören die Festtage der deutschen und österreichischen klassischen Musik Ende April, die Burgas Sailing Week Anfang Mai, das Sandskulpturen-Festival von Juni bis September, das traditionelle Treffen der Hippies „July Morning“ am Abend des 30. Juni, der Musikwettbewerb Burgas und das Meer, das Rock- und Popfestival „Spirit of Burgas“ und das Burgas Blues & Jazz Festival im August sowie das internationale Theaterfestival „Auf dem Strand im September“. Lebhaft geht es auch im Stadtzentrum rund um die längste Fußgängerzone Bulgariens zu, an der urbanen Historie Interessierte besichtigen sicher auch gerne die Überreste des mittelalterlichen Grenzwall Erkesija, die seit der Antike bekannten Mineralbäder im Stadtviertel Banewo sowie die große Parkanlage des Meeresgartens samt seiner als Wahrzeichen von Burgas dienenden Seebrücke. Auch vom Flughafen Burgas aus kann man nach einem Bulgarien Flug zum Goldstrand reisen, es dauert zwar etwas länger als von Varna aus, dafür sieht man aber auch mehr von der schönen Küste zwischen den beiden Orten.

Kakteen im botanischen Garten, Robben am felsigen Kap: Von Baltschik nach Kaliakra.


Lediglich gut 30 Kilometer in nördlicher Richtung von Goldstrand liegt die kleine, gemütliche und malerische Hafenstadt Baltschik, die im 7. vorchristlichen Jahrhundert gegründete und zeitweise nach Dionysos, dem Gott des Weines benannte Stadt hat heute ca. 13 000 Einwohner und ist vor allem für ihren sehenswerten ethnografischen Komplex, eine großzügige Museumslandschaft zur bulgarischen Geschichte, bekannt. Ebenso häufig wird sie wegen ihres im Jahr 1924 errichteten Sommerschlosses samt dem dazu gehörigen Schlosspark und Botanischen Garten mit seinen rund 3000 seltenen Pflanzenarten besucht, dieser beherbergt auch die zweitgrößte europäische Kakteensammlung mit gut 250 Arten. Alljährlich im Juni findet in Baltschik auch ein Festival der zeitgenössischen Kunst mit renommierten kreativen Vertretern aus aller Welt statt. Der Jachthafen der Stadt mit den vielen kleinen gemütlichen Restaurants, Bars und Cafés wird auch gerne von Segelschiffen und Motorbooten angesteuert, häufig dient Baltschik auch als Ausgangspunkt für Ausflüge zur nah gelegenen, felsigen und gut 70 Meter hohen Steilküste des Kap Kaliakra, wo heutzutage Touristen vor allem die dort noch immer in freier Wildbahn lebenden Robben, Meeresvögel und Delfine bewundern und fotografieren. Ebenfalls einen Besuch lohnt auch die weiter nördlich gelegene Stadt Kawarna mit ihren ca. 12 000 Einwohnern, in der in den letzten Jahren viele neue Hotels und Ferienanlagen entstanden sind und die sich mit ihren drei nahen Golfplätzen Thracian Cliffs, Black Sea Rama Golf & Country Club und Kaliakra Golf and Sea Complex sowie dem seit 2006 jeden Sommer veranstalteten Kawarna Rock Festival gerade unter Sportbegeisterten und Musikfans bereits einen guten Namen gemacht hat. Auch sonst gibt es viele Rock- und Popkonzerte in der kleinen Stadt in der kleinen Bucht, besonders Heavy Metal-Fans und Biker schätzen den Ort als landschaftlich reizvolle Freilichtbühne. Sehr breite und lange weiße Strände ohne allzu viele Badegäste findet man dahingegen in bzw. bei Schabla die ehemals thrakische Siedlung und der heutige Urlaubsort mit gut 3600 Einwohnern liegt nahe der rumänischen Grenze, wegen der teils nur sehr spartanischen Infrastruktur ist er vor allem ein Ziel von Individualtouristen, doch auch manche Taucher reizt ein Unterwassergang zu den vor der Küste auf dem Meeresgrund liegenden zahlreichen Schiffswracks aus dem Zweiten Weltkrieg.